auch bei uns! Der Grüne Umwelthahn kräht auch in der Martini Gemeinde
Bielefeld. Als erste Gemeinde in Bielefeld beteiligt sich die evangelische Martini-Kirchengemeinde Gadderbaum am kirchlichen Umweltprojekt “Grüner Hahn”. Im Bewusstsein der besonderen Vorbildfunktion von Kirche in Sachen Umwelt, will die Gemeinde die Brücke vom Reden zum Handeln schlagen. Das Projekt der westfälischen Landeskirche hat zum Ziel, Umweltschutz systematisch und nachprüfbar zu betreiben, den Energieverbrauch deutlich zu senken und dabei viele Menschen zu beteiligen.
Die Gemeinde hat sich vor einigen Jahren auf Leitlinien verständigt dort heißt es unter anderem:
„In der Liebe Gottes für die ganze Schöpfung sieht die Ev.-Luth. Martini-Kirchengemeinde Gadderbaum eine Verpflichtung, sich für die benachteiligte Kreatur einzusetzen, Stellung zu beziehen, zum Handeln aufzufordern und zu handeln.“
Nun heißt es, diese Verpflichtung umzusetzen.
In einem ersten Schritt hat das Martini-Umweltteam in den vergangenen Wochen eine umfangreiche Bestandsaufnahme gemacht; getreu dem Motto “Wer sparen will muss messen“. Die Checkliste beinhaltete nicht nur die klassischen “grünen” Bereiche Energieverbrauch, Müll und Reinigung, sondern auch die Faktoren Lärm, Verkehr und Sicherheit. Die Müllmenge und der Bedarf an Klopapier waren dabei die einfacheren Positionen. Unter Mithilfe einer Technikergruppe wurde unter anderem auch der gesamte Energieverbrauch in den kirchlichen Gebäuden ermittelt und aufgelistet. Zum Beispiel sorgen im Kirchsaal 220 Glühbirnen für die Beleuchtung.
“Erst wenn wir unsere Umwelt-Defizite genau kennen, können wir effektiv gegensteuern,” beschreibt Oliver Koch vom Umweltteam das Vorgehen. Und der Umweltbeauftragte der Gemeinde, Kirchmeister Martin Kordes, ergänzt: ”Durch die bauliche Einheit von Gemeindehaus und Kirchenschiff sind wir in Sachen Energieeinsparung zwar schon gut aufgestellt. Aber wir müssen noch genauer hinsehen, um Einsparpotentiale zu ermitteln.” Viele kleine Schritte seien nötig, um zum erhofften Ziel zu gelangen.
Ziel ist das Zertifikat als anerkannter Umweltstandort. Dies soll im letzten Quartal 2007 durch einen unabhängigen Gutachter erfolgen. Auf dem Weg dahin wird die Martini-Gemeinde vom Umweltreferat der westfälischen Landeskirche und von Fachleuten der Energieagentur NRW begleitet. Das kirchliche Projekt “Grüner Hahn” findet unter der Schirmherrschaft des Landes-Umweltministeriums statt und wurde inzwischen von der UNESCO als vorbildlich ausgezeichnet.
von links nach rechts: Ferdinand Robrecht, Walter Mielke, Martin Kordes, Beate Klieber, Wolfgnag Soldan, Marianne Schröder, Oliver Koch, Hendrik Kipp
In der Gemeinde hat sich eine achtköpfige Arbeitsgruppe mit dem Ziel gebildet, das Umweltgütesiegel „Grüner Hahn“ für die Gemeinde zu erwerben und zu einer Leitlinie in der Gemeindearbeit zu machen. Die Gruppe beschäftigt sich zur Zeit mit einem 60seitigigen Katalog zur Erfassung umweltrelevanter Daten des Gemeindezentrums (z.B. Strom- und Wasserverbrauch, verwendete Reinigungs- und Büromaterialien etc.). Das Umweltteam bildet sich in Seminaren des Projektbüros „Grüner Hahn“ und in Exkursionen fort. Es wurden bereits eine erfolgreich arbeitende Photovoltaik-Anlage in einer anderen Kirchengemeinde besichtigt sowie eine Solarzellenfertigung in Braunschweig besucht.


