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Muslime und Christen gehören zur Gegenwart Deutschlands

15 muslimische Frauen und Männer besuchten im Rahmen des Abrahamsfestes die Evangelische Martini-Kirchengemeinde Gadderbaum. In einer lockeren und fröhlichen Atmosphäre fand die Begegnung statt und wie vereinbart sollte an diesem Tag eine ebenfalls 15-köpfige evangelische Gruppe ihre Kirchengemeinde darstellen.

Zunächst ging es durch das Gemeindehaus und eine Vielzahl von Fragen wurde von den Gästen gestellt. Was passiert hier, wie viele Menschen kommen, was ist euch wichtig? Warum ist in eurer Bibliothek so viel allgemeine Literatur? Beim anschließenden Kaffetrinken wurden in kleinen Gruppen die Fragen vertieft. Gibt es für evangelische Christen ein Gebetbuch und was steht darin? Wie benutzt ihr es im Alltag? Dass evangelische Menschen das Biblische Wort auch historisch hinterfragen, wurde mit Interesse und Erstaunen wahrgenommen. Beide Gemeinden stellten überrascht fest, dass der Dialog mit anderen und nicht die Mission zu ihren Leitzielen gehört.
Eine kleine Kirchenführung rundete das Gespräch ab. Dass in den Fenstern der Stephanuskirche Schweine abgebildet sind, sorgte für allgemeine Heiterkeit. Dass die Gemeinde und die Menschen einen Raum zum heiligen Raum machen und nicht der Raum an sich heilig ist, war wieder eine gemeinsame Überzeugung. „Ich war erstaunt, wie viel wir gemeinsam haben“, stellte ein Teilnehmer aus der Martini-Kirchengemeinde fest.

Nach zwei Stunden wurden Verabredungen getroffen. Ein Gegenbesuch im islamischen Zentrum soll stattfinden und ein Theaterstück aus der muslimischen Gemeinde in der Stephanuskirche aufgeführt werden.

Die Unverkrampftheit der Begegnung macht Mut auf ein multikulturelles Deutschland, in dem das miteinander Leben einfach selbstverständlich wird.